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Deine Schwächen

Wir alle haben auch Seiten an uns, auf die wir nicht so stolz sind. Vielleicht machst du immer wieder denselben Fehler und ärgerst dich dann über dich. Es ist nicht sehr angenehm, sich mit den eigenen Schwächen zu beschäftigen. Aber wenn du Mut aufbringst, kannst du daran wachsen und dich verändern!

Was sind deine Schwächen?

Um zu wissen, was deine Schwächen sind, kannst du dir folgende Fragen stellen:

  • Wann ärgerst du dich über dich selbst?
  • Welche Gewohnheiten tun dir eigentlich nicht gut?
  • Wofür bekommst du oft Kritik oder Ärger von anderen?
  • In welchen Situationen fühlst du dich unsicher, welche meidest du vielleicht sogar?
  • Was fällt dir im Alltag besonders schwer?
  • Was schiebst du immer wieder auf?
  • Was traust du dich nicht?
  • Was würdest du gerne können, kannst es aber bisher nicht?

Tipp: Mach dir ruhig Notizen, dann kannst du gleich damit weiterarbeiten!

Was möchtest du ändern?

Vielleicht hat sich das gerade nicht so gut angefühlt, über deine Schwächen nachzudenken. Das ist okay! Such dir eine Schwäche heraus, von der du glaubst, dass du sie eigentlich einfach ändern kannst und eine, die dir besonders unangenehm ist. Überlege dir dann einen konkreten Schritt, wie du dich verändern könntest.

Beispiel Leonie

Leonie fällt es abends schwer zur Ruhe zu kommen, weil sie, wenn sie müde ist, oft gar nicht merkt, dass sie plötzlich schon wieder das Handy in der Hand hat und durch Social Media scrollt. Dann schläft sie erst viel zu spät ein und ist morgens sehr müde. Früher hat sie abends immer noch ein bisschen durch ihr Skizzenbuch geblättert oder eine neue Zeichnung angefangen. Sie beschließt, das Handy jetzt immer vorm Zähneputzen auf ihrem Schreibtisch am Strom anzuschließen und hat das Skizzenbuch auf ihrem Nachttisch liegen.

Was Leonie hier leicht fällt, kann für dich auch schwer sein. Was ihr hilft, ist ihre ungesunde Gewohnheit durch eine andere, die ihr Spaß bereitet, zu ersetzen.

Beispiel Tony

Tony wird schnell wütend, wenn sie sich nicht ernst genommen fühlt. Es ist schon öfter vorgekommen, dass sie eine Freundin nur auf den Arm nehmen wollte und sie die Freundin plötzlich angeschrien hat. Das ist ihr sehr unangenehm. Sie weiß, dass es nicht leicht werden wird, das Verhalten zu ändern. Aber sie nimmt sich vor beim nächsten Mal, wenn sie merkt, dass sie wütend wird, erst einmal kurz bis drei zu zählen, bevor sie redet. Oft reicht dieser kurze Moment, um zu merken, dass ihre Freundin nun lacht und es gar nicht ernst meint. Wenn es ihr doch passiert, dass sie los schreit, will sie der Freundin danach erklären, warum sie so reagiert hat und sich entschuldigen.

Tony hat sich zwei schlaue Strategien überlegt: Sie hat zum einen überlegt, was helfen könnte, ihre vorschnelle Reaktion zu stoppen. Außerdem hat sie einen Plan, wie sie damit umgehen kann, wenn ihr die Situation doch wieder passiert.

Du kannst und musst nicht alles ändern!

Niemand ist perfekt! Sei nicht zu hart mit dir! Du musst nicht alles richtig machen! Manche Schwächen können wir auch gar nicht ändern.

Ich bin zum Beispiel eher schüchtern. In Gruppen rede ich selten direkt los. Ich kann lernen, in bestimmten Situationen mutiger zu sein, aber ich werde wohl nie so locker und laut sein wie andere. Und das ist okay.

Aber vor allem können wir nicht von heute auf morgen ein anderer Mensch sein, selbst wenn wir das gerne wollen. Nimm dir Zeit für die Dinge, die dir am meisten Schwierigkeiten bereiten. Aber mach dir auch bewusst: Deine Familie und Freunde mögen dich auch mit deinen Schwächen!

Wie du neue Stärken entwickeln kannst, liest du auf der nächsten Seite “Neue Stärken entwickeln”.