Fachkraft für Lebensmitteltechnik

Steffen, 3. Ausbildungsjahr als Fachkraft für Lebensmitteltechnik

Traumberuf oder Notlösung?
Das kam mehr oder weniger per Zufall. Ich habe einen Lehrgang gemacht, bei dem ich Bewerbungen geschrieben habe und mich in viele verschiedene Richtungen orientieren konnte, um zu sehen, was mir gefällt und was nicht. Dadurch bin ich zu meinem Ausbildungsbetrieb gekommen, hatte ein Vorstellungsgespräch und habe ein Praktikum gemacht. Das hat mir sehr gefallen und ich habe danach die Ausbildung bekommen. Die Idee ist somit eher herangewachsen.

Wie sieht dein Arbeitsalltag aus?
Ich steuere Maschinen zur Lebensmittelproduktion und kontrolliere das Produkt. Das heißt, ich überprüfe die Konsistenz, Größe und das Gewicht. Konkret kommt das dann auf die Maschine an. Ich nehme entsprechende Grundeinstellungen vor, bereite die Rohstoffe vor, die für die Produktion benötigt werden, und kümmere mich um die Feineinstellung. Ich überwache sozusagen den Herstellungsvorgang. Außerdem baue ich die Maschine um, wenn das Produkt wechselt. Das bedeutet, sie auseinanderzubauen, zu reinigen und wieder entsprechend zu montieren. Das ist schon mit Verantwortung verbunden. Ansonsten erstreckt sich der Beruf über viele Bereiche. Das geht von der Dosenabfüllung über Schutzgasverpackungen, Schlauchbeutel- und Hartschalen- bis zu Vakuumverpackungen. Im Prinzip all das, was man auch im Laden sieht.

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Die größte Überraschung
Die größte Überraschung war, dass die Berufsschule so weit entfernt liegt. Das finde ich aber eher gut, wenn man ein bisschen rauskommt und nicht immer nur den gleichen Ort sieht. 

Deine Lieblingsaufgabe
Am liebsten arbeite ich am Hartschalenversiegler, weil die Maschine recht kontinuierlich läuft und auch ziemlich simpel zu bedienen ist. Sie wird für die Verpackungen verwendet, die man zum Beispiel vom Frischkäse kennt. 

Welche Kröten musst du schlucken?
Anfangs waren das frühe Aufstehen und das lange Arbeiten im Schichtbetrieb schwer. Bei der Frühschicht stehe ich um 4:30 Uhr auf und bei der Spätschicht bin ich auch erst um Mitternacht zu Hause. Das ist war etwas nervig, aber es geht.   

Ohne was geht es nicht?
Man sollte sich schon für Maschinen interessieren und ein bisschen technisches Verständnis mitbringen. Aufwendige Mathematik ist nicht so wichtig wie ein wenig handwerkliches Geschick. Das Meiste lernt man im Betrieb. 

Wie viele Bewerbungen hast du geschrieben?
Ungefähr 15 bis 20 in den verschiedensten Bereichen, vom Bau bis hin zum Einzelhandel. Davon habe ich eine Zusage bekommen. 

Dein Bewerbungstipp?
Man sollte bereit sein, sich auch bei der Bewerbung für ein Praktikum anzubieten. Das zeigt zum einen Interesse, was sehr wichtig ist, und zum anderen bekommt man einen Eindruck, ob der Beruf zu einem passt. Mir hat es sehr geholfen, vor der Ausbildung ein Praktikum gemacht zu haben. Ich konnte mir am Anfang gar nichts unter dem Beruf vorstellen und habe erst währenddessen richtig gemerkt, dass mir die Arbeit Spaß macht.   

Und nach der Ausbildung?
Es gibt einige Möglichkeiten, sich weiterzubilden. Zum Beispiel mit zwei Jahren Vollzeitschule zum Lebensmitteltechniker. Dazu braucht man eine Ausbildung im Lebensmittelbereich und ein Jahr Berufserfahrung. Danach kann man auch in Bereiche wie Lebensmittelkontrolle gehen. Ich persönlich möchte auf jeden Fall gerne in meinem Ausbildungsbetrieb bleiben und in einer Abendschule den Betriebsmeister machen. 

                                           

Steckbrief Fachkraft für Lebensmitteltechnik
Duale Ausbildung:3 Jahre
Alternativen: Fachkraft für Süßwarentechnik, Milchtechnologe/-technologin, Konditor/-in, Bäcker/-in 
Arbeitsorte: Lebensmittelverarbeitung, Großbäckereien, Molkereibetriebe, industrielle Lebensmittelproduktion 
Perspektiven:Spezialisierung auf Produktschwerpunkte, Industriemeister/-in der Fachrichtung Lebensmittel, Techniker/-in der Fachrichtung Lebensmitteltechnik
Besonderes:Sehr vielseitig, Lebensmittel und Technik spielen gleichermaßen eine Rolle.
Mehr im Netz:  www.berufenet.arbeitsagentur.de