Dazuverdienen

Paul ist die ewige Rechnerei leid und zum Schluss reicht es ja sowieso nicht. Er braucht mehr Geld und das regelmäßig. Deshalb gucken sich Paul und seine Freunde nach einem Nebenjob um.
Aber: Ob du schon jobben darfst und welche Tätigkeiten dafür in Frage kommen, hängt von deinem Alter ab.
Und allgemein gilt: Wenn du noch nicht 18 bist, brauchst du das Einverständnis deiner Eltern, um woanders arbeiten zu können, und die Schulzeit ist natürlich tabu!


Anne, 18 Jahre

Anne arbeitet immer Freitag abends in der Kneipe. Das ist anstrengend und spät wird es auch. Aber am Samstag kann sie ausschlafen und die Einnahmen stimmen. Mit 18 Jahren gibt es keine Einschränkungen mehr. Außer natürlich, dass dein Job nicht in der Schulzeit oder Ausbildungszeit liegen darf.


Paul, 17 Jahre

Paul hat nichts Regelmäßiges gefunden. Dafür aber einen Ferienjob in der Kfz-Werkstatt. Das gibt auch Kohle und er kann gleich mal rausfinden, ob Kfz-Mechaniker was für ihn sein könnte. Ab deinem 15. Geburtstag darfst du dir auch einen Ferienjob suchen. Dann kannst du bis zu vier Wochen oder 20 Arbeitstage im Jahr täglich bis zu acht Stunden arbeiten. Nachtarbeit ist aber ausgeschlossen.


Vanessa, 13 Jahre

Vanessa hat für zweimal in der Woche einen Babysitter-Job gefunden. Mit 13 und 14 Jahren darfst du maximal zwei Stunden pro Tag zwischen 8.00 und 18.00 Uhr arbeiten und es dürfen nur leichte Tätigkeiten sein. Also zum Beispiel Zeitschriften austragen oder Babysitten, nicht aber Kisten schleppen im Supermarkt.


Tom, 12 Jahre

Tom muss wohl oder übel mit seinem Taschengeld auskommen. Das Mindestalter um überhaupt einen Job - und dann auch nur mit Einschränkungen - annehmen zu dürfen, ist 13 Jahre.


Was ist mit Steuern und Versicherungen?

Der Nebenjob:
Wenn du irgendwo regelmäßig jobbst, dabei aber weniger als 400 € im Monat verdienst, zählt das zu den „Geringfügigen Beschäftigungen”.
Steuern musst du dann keine zahlen, allerdings musst du vorher beim Finanzamt einen "Freistellungsantrag" stellen.
Dein Arbeitgeber muss für dich Kranken- und Rentenversicherung bezahlen, auch wenn du bei deinen Eltern krankenversichert bist.
Wenn du regelmäßig mehr als 400 € im Monat verdienst, verlierst du deinen Anspruch auf kostenfreie Mitversicherung bei der Krankenversicherung deiner Eltern - das gilt auch für Studenten!Wer mehr als 20 Stunden in der Woche nebenher jobbt, wird von der Krankenkasse nicht mehr als Student/in anerkannt und erhält keinen Studententarif.

Der Ferienjob:
Der Ferienjob ist eine „Kurzfristige Beschäftigung”, solange es nicht länger als zwei Monate am Stück oder insgesamt maximal 50 Arbeitstage im Jahr sind. Sozialversicherungen fallen hier nicht an, allerdings brauchst du hierfür eine Lohnsteuerkarte, die es ab 2012 in elektronischer Form gibt. Für 2011 kannst du dir beim Finanzamt eine Ersatzbescheinigung ausstellen lassen. Der Arbeitgeber hat auch die Möglichkeit der Pauschalierung der Lohnsteuer, was für dich bedeutet, dass dann der Arbeitgeber die Lohnsteuer alleine trägt. Das gilt allerdings nur für kurzfristige oder geringfügige Beschäftigungen. Sollten trotzdem Steuern abgezogen werden, kannst du versuchen, sie am Jahresende über die Lohnsteuererklärung zurück zu bekommen. Vorausgesetzt, du bist unter dem Grundfreibetrag geblieben, der 2011 bei 8004 € liegt.

Jobben und Kindergeld:
Wenn du zuviel verdient, kann das zur Streichung des Kindergeldes führen. Kindergeld gibt es max. bis 25 Jahre, wenn du noch in der Schul- oder Berufsausbildung bist. Um Anspruch auf Kindergeld zu haben, dürfen die gesamten Einkünfte und Bezüge eines Kindes im ganzen Jahr eine bestimmte Grenze nicht überschreiten. Für 2011 liegt diese Grenze bei 8004 €.